Jeschafft.
Mental, körperlisch, nervlisch ... un zeitlisch.
Bilanz: Umsatz gut, Fahrerin geschafft und müde, viele nette Menschen und einige exponierte Arschlöcher - wie im richtigen Leben.
Die letzten beiden Fahrten heute abend in der Limousine noch krass bipolar:
Erst einen auffällig nüchternen und kultivierten Menschen nach Hause gefahren, der, wie ich, in den vergangenen drei Tagen viel gearbeitet hat. Daraufhin kam mir schon dieser Gedanke, etwas früher Feierabend zu machen und die Limousine - nach einem guten Lauf heute - mit einem derart angenehmen Ausklang abzustellen. Naja, ok, eine Fahrt könnte ich noch, mit etwas Glück ... stelle mich also völlig erwartungsfrei an einen im Karneval nicht wirklich frequentierten Halteplatz - und schnappe sofort den nächsten Auftrag. Glück? Auf dem Weg zur Kundschaft treffe ich auf eine "lustige Karnevalsgruppe" - ein kleineres Rudel alkoholisierter Lappenclowns mit Bollerwagen, die zu Fuß breit auf der Strasse gehen und mich partout nicht vorbeilassen wollen. Ich hupe kurz und fahre nah auf. Nein, sie wollen mich nicht einfach in Ruhe arbeiten lassen. Und einer haut schon auf die Limousine drauf, mit der Faust, auf den Kofferraum, auf die Kühlerhaube und gegen mein Fenster. Nach knapp 40 Stunden im Irrenhaus mit reichlich Durchgeknallten und im Delirium Befindlichen erlaube ich mir, ebenfalls gereizt zu reagieren, nachdem dieses aggressive Arschloch auch noch meine Tür aufgerissen hat. Im richtigen Leben - würde der sich das nie trauen, da läßt er das Arschloch garantiert subtiler raus - soviel ist klar. Ich knalle wütend meine Tür wieder zu, nachdem ich ihn von ganzem Herzen übel beschimpft habe. Hätte er seine Hand dazwischen gehabt, wäre sie sicher abgetrennt gewesen vom Gelenk. Ich fahre stoisch und etwas müde weiter hinter den Idioten her und fluche bei lauter brasilianischer Musik aus meinem MP3 laut im Innenraum vor mich hin. Ja, ich nehme die härteren Flüche, die sind hier treffend.
Dieser .... ich könnte diesem Mitte-30-Typen viele Namen geben, aber irgendwie hänge ich bei "der sexuell Frustrierte" fest ... hämmert weiter auf die Limousine ein und schlägt zur Krönung wiederholt mit der Faust gegen den Fahrerspiegel, der sich aus dem Gelenk dreht .... ich lasse die Scheibe runter und wüte ebenfalls. Verspreche ihm, gleich die Bullen zu rufen wegen Sachbeschädigung. Hole mein Handy raus und deute das an. Sagt doch sein Kumpel glatt, ich hätte ihn eben angefahren.
Ehrlich gesagt - ich bin müde von dem Irrsinn, der hier sinnlos millionenfach in der Kolonie tobt. Und gleich habe ich erst mal Feierabend und werde Karneval nicht mehr fahren - also geht weiter, Ihr .... (die Fahrerin hat eine sehr sehr laute Stimme und stößt übelste Flüche in ebensolchem heimischen Dialekt aus !!!)
Ah, jetzt kommt endlich der Abbieger Richtung Auftrag ... und die schlappen Lappen ziehen weiter die andere Strasse hoch. Der, der eben noch Frauen verhauen wollte, nimmt nun seine pinkfarben-perückte Perle in den Arm - und ich biege ab. Habe nette, nüchterne Kundschaft als Abschlußfahrt für diese Strassenköter-Saison - und komme schnell wieder runter von dem Trip mit diesem Schnösel. Dennoch - ärgere ich mich ein wenig darüber, die Nummer nicht bis zur letzten Konsequenz durchgezogen zu haben: Dafür hätte ich aussteigen und den Typen k.o. hauen müssen!

1 Kommentar:
Jawoll, knockout zu
brasilianischer Musik !!!
Cool !!
Na, ruh Dich erstmal aus :)
Lieben Gruss
Ursel
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