Der eigentliche Grund für dieses Rauchverbot ist sicher nicht die Besorgnis des "Staates" bzw. der "EU" um die Gesundheit der Bürger. Der Grund ist dieser: In Kneipen treffen sich seit ewigen Zeiten solche Leute, die sich nicht unbedingt auch privat treffen, um an den Tresen über Gott und die Welt zu sinnieren und sich auszutauschen. Sie treffen sich in einer Art öffentlichem Raum - und es wird "politisiert" wie sonst nirgendwo. In Kneipen informieren sich die Leute gegenseitig über Aktuelles und ihre eigenen Erfahrungen. Es treffen sich "Stammtische", besonders auch themenbezogene. Kleine Gruppen, die sich engagieren. Und in Kneipen wurde seit je her geraucht beim Biertrinken. Quasi eine symbolische Friedenspfeife - sage ich mal dazu. Seit 2008 - geht das den Bach runter. Viele Wirte und Lokale sind schon pleite gegangen.Verständlich, daß ein Raucher nicht mehr wirklich Spaß hat, teures Geld für´s Bier zu zahlen - um sich einem absurden Verbot zu unterwerfen. Rein logisch und zur Zufriedenhait aller - hätte man einfach ggf. in Raucher- und Nichtraumer-Bereiche bzw. -lokale trennen können. Rein logisch! Denn - Zigaretten sollen ja weiter fleissig verkauft werden, bringen ja eine Menge Steuern ein. Ginge es tatsächlich um Sucht - dürften auch nicht, wie seit einigen Jahren, unzählige Spielhöllen aufmachen, die wie Pilze aus dem Boden schiessen in der Kolonie. Es müßte schon lange die Prohibition eingeführt sein. U.v.m.
Wir waren uns schnell einig - in Kneipen wurden seit je her auch Revolutionen geboren. Somit handelt es sich also um eine "Versammlungs-Präventions-Maßnahme" unter einem Rauchverbots-Deckmäntelchen. Dazu spaltet es die Menschen untereinander, wie soviele "Kunstthemen" - die Raucher trauten sich kaum noch, irgendwo zu rauchen, weil diskreditiert. Und es entzieht zahlreichen KneipenbetreiberInnen ihre Lebensgrundlage, macht aus Selbstständigen "Arbeitnehmer" und "Bedürftige". Und dies ist ja nur ein Beispiel. Ein einzelnes Bild in einem viel größeren Rahmen.
Sprach auch noch mit einem Kollegen heute über die Entwicklung der "Taxi-Gespräche" in den letzten Jahren. Sie verändern sich - die Sichtweise der Menschen verändert sich. Es geht ans "Eingemachte".
Ganz anderer Film heute: Ich fahre eine junge Kunsthändlerin aus Austria zum Museum. Die Kunstmesse steht an. Sie telefoniert kurz und erzählt, daß sie den "xy" verkauft habe. Die Leute seien sehr begeistert gewesen. Für 375.
Ich denke - natürlich in Tausendern. Und sie wollen in den nächsten Tagen entscheiden, ob sie das andere Objekt auch gleich kaufen. Ach ja, und die Familie soundso sucht ein hübsches Anwesen in Dings, aber nicht so exponiert wie das in der Soundso-Strasse. Und es soll mindestens 5000 qm Grundstück haben mit zwei Häusern drauf - eines für die Eltern und eines für die Kinder. Der Blick - wäre sehr wichtig.
Ja - mir auch!
Ich gönne ihr das gute Geschäft von Herzen. Und den besagten Leuten ihre schicke Villa mit Grundstück. Obwohl einiges verquer läuft auf dem Planeten.
Der Gastwirtin wünschte ich weiterhin starke Nerven - die braucht es in dem Metier. Ja, sagt sie - ich bin jeden Tag an der Front.

2 Kommentare:
Das ist eine neue Sichtweise des Rauchverbots für mich. Nicht unlogisch! Zuzumuten denen eh! Und nicht nur die Wirtin ist jeden Tag "an der Front"- Du nicht minder, finde ich. Die heutige Gesellschaft kommt schwer ins Rutschen. Abschüssiges Gelände. Hilfe.
Gruß von Sonja
Ich bin - den Göttern sei Dank - nicht mehr jeden Tag dort - lange nicht mehr. Fing mit 6 Tagen und 72 Stunden an und reduzierte diese nach Monaten auf 5 Tage und 60 Stunden. Momentan schaffe ich weniger. Mehr - schaffe ich auch nicht (mehr). Bin nicht mehr funktionabel genug.
Sie ist sieben Tage in diesem Film. Und eine sehr starke, klare Persönlichkeit - anders könnte sie auch nicht derart funktionieren.
Gruß, Sati
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