Dienstag, 7. September 2010

Integration ist ....

... wenn man sich gegenseitig als Menschen begegnet. Punkt.
Halt, warte .... ganz wichtig: Bist du integer? Dann können dir andere Menschen keine Angst machen. Punkt.

Es ist ja so öde, wie alle paar Jahre bzw. inzwischen Monate dieses mediale "Integrations-Theater" als Kanonenfutter für´s vermeintlich dumme Volk abgeschossen wird - und voll am richtigen Leben vorbeizielt. Dabei - sind wir doch inzwischen alle wesentlich klüger, als uns diese gleichgeschalteten und gekauften  Medien-Pusher je zutrauen würden. Die letzte Debatte dieser sinnlosen Art ist doch erst wenige Monate her? Wie dem auch sei - ich lerne für mich dazu. Freundlichkeit und Respekt muß es auf beiden Seiten geben, wenn Menschen sich begegnen.  Dann kann man auch viele kulturelle Gräben überschreiten. Sonst nicht.
Fuhr kürzlich einen sehr quicklebendigen jungen Mann iranischer Herkunft, der mir viel Freude gemacht hat! Habe ihn von einem Krankenhaus abgeholt. Erst mal fiel er sozusagen mit einem Kopfsprung in die Limousine, dabei mir fast auf den Schoß, den Rückspiegel im Flug mit der Stirn mitnehmend - Autsch!
Ich bin verwundert und amüsiert und sage etwas wie "Ähm, das ist ja eine sehr interessante Art, einzusteigen - aber einfacher ist es vielleicht andersrum?" Geht nicht, sagt er - ein (= 1 !!!) Haar  im Gesäßbereich ist verkehrt herum gewachsen, also in den Körper hinein und hat so innerlich eine Entzündung verursacht, die schon auf etwa eineinhalb Zentimeter herangewachsen war und herausgeschnitten wurde. Er kann nur auf einer Pobacke sitzen. Und das einem vitalen, lebendigen hübschen jungen Mann von Anfang 20 - ich lache mir einen Ast! Wenn es wenigstens irgendwas Bedauernwertes, besser noch Bewundernswertes gewesen wäre - aber so .... einfach nur peinlich, wie die Bekannten drauf reagieren.
Ich amüsiere mich königlich - er hat´s ja recht fidel überlebt und war etwa drei Tage in "Krankenhaus-Haft" - und ich staune mal wieder über unsere perfekten Körper - robust und fragil gleichzeitig. Wir unterhalten uns auf der Fahrt über ebendiese Körper, teils amüsiert, und kommen sogar in Windeseile auf Dinge wie Menstruation und Imtimrasuren zu sprechen ... der ist wirklich locker drauf und entspannt. Nicht unbedingt die Regel - daher umso erbaulicher, ihn zu fahren. Er berichtet mir u.a. von einem Imam, der ernstlich  stundenlang darüber referiert, daß Frauen keine vollwertigen Menschen seien. Erzählt von seinen Eindrücken aus dem Iran, den er neulich zum ersten Mal in seinem Leben überhaupt bereist hat und von den Menschen dort, von den "wirklichen Verhältnissen" jenseits der offiziellen Poltik und Religion, eben vom Leben ... .
Wir stellen fest, daß auch hier der Irrsinn tobt, wenn man auf Politik und Religion schaut - und wir sind uns einig, daß die meisten Menschen auf dem Planeten durchaus völlig in Ordnung und sehr liebenswert sind.
Es gibt keine Differenzen. Im Gegenteil.  Sogar Übereinstimmung darüber, daß inzwischen immer mehr Leute durchblicken durch diese "mediale Zersplitterungshysterie".  Freue mich, seine angenehme und unterhaltsame  Bekanntschaft in der Limou gemacht zu haben.
Abends treffe ich noch eine ehemalige "türkisch-stämmige" Nachbarin auf der Strasse und wir unterhalten uns - ich mag diese ziemlich dicke und grell geschminkte Frau, die hat eine ganz eigene Power. Und ihre wilden Söhne - voll im Griff.
By the way - auch die vielen muselmanischen Kollegen aus den verschiedensten Ländern haben mich viel über mich selbst und meine eigene Voreingenommenheit gelehrt während meiner Arbeit auf der Limousine in den letzten Jahren.

Ja - natürlich gibt es de facto so etwas wie "Parallelgesellschaften" - aber davon gibt es jede Menge! Im Grunde ist jede "Gesellschaft" eiue "Parallelgesellschaft", mit der du nicht in Berührung kommst. Und das sind soviele - daß du sie nicht einmal zählen könntest.

Wenn ich mir die (jungen) Leute so anschaue - ist doch alles in Ordnung auf dem Planeten. Das integriert sich von selbst.  Und nur so.

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