Freitag, 9. Dezember 2011

Neue Limousine mit Verzögerung

Erst war ich krank. Eine heftige Virusattacke, die mich für drei Tage und Nächte mit über 39 Grad Fieber  "alternativlos" im Bett beließ, vorwiegend träumend, manchmal kurz erwachend, daraufhin mit gemischten Gefühlen und Gedanken ins Fiebertrauma zurückwerfend.
Wenn das Fieber noch weiter steigt, könnte es vorbei sein. Sinken - will es scheinbar nicht.
Am dritten Tag dann ging es etwas unter 38 Grad - und irgendwo war Erleichterung. Andererseits gab es noch Bedenken. Ich hatte ja neulich von dem Adler und seinen zu schwer gewordenen Federn erzählt. Nun lag ich selbst so da - und dachte ernstlich darüber nach, ob ich wirklich weiter mit in diesen exponentiell zunehmenden Wahn-Sinn gehen will, der die meisten Menschen erfasst hat. Ob ich wirklich auf einem Planeten sein will, auf dem alles überwacht und mehr als krankhaft kontrolliert wird. Auf einem Planeten, der gerade zutiefst mit Gier und Hass durch Menschen verseucht ist, eine extrem degenerierte Spezies mit einer zutiefst geisteskranken Überheblickeit jeglicher Natur gegenüber. 
Ich war mir nicht sicher - ob ich wirklich ein neues Federkleid möchte oder doch lieber jetzt sofort gehe.
Sicher war dann aber auch - daß ich das nicht wirklich zu entscheiden habe.
Obwohl es noch vieles auszukurieren gibt - war das eine echte Wiedergeburt.

2 Kommentare:

Wildgans hat gesagt…

Ein echter Advent---Ankunft im neuen Leben....
Wäre bisschen arg früh gewesen...so isses besser!
Bist sogar eine Immunstufe höher geklettert durch die "Fieberkur".
Gruß von Sonja

Sati hat gesagt…

Wer weiß?
Wer weiß, was zu früh oder zu spät ist? Bei den einen sagt mensch, es war zu früh. Bei den anderen heißt es, es war zu spät. Gibt es eine Regel?
Wer weg ist, ist weg ... und kommt eh wieder.
Was die "Immunstufe" betrifft: Kann sein. Muß aber auch nicht.
Es sind lediglich "persönliche, aus meinem bisher konditionierten Glauben heraus gesetzte Präferenzen" - ich mag keine chemischen Präparate, bin auf natürliche Substanzen eingeschworen. Und wenn ich mit derartigem Fieber liege, habe ich eh keine "Handlungskompetenz", sondern schlafe einfach ...
Das alles - ist nicht richtig und nicht falsch. Dennoch will ich Dir gerne glauben.
Der alte preussische Spruch meiner Kindheit fällt mir dazu ein "Was uns nicht tötet, härtet uns ab." Oder so ....
Ganz ehrlich - bin ich eine unverbesserliche Fatalistin, was dieses Leben betrifft. Meine Stundenhuhr läuft so oder so ...
in der Zwischenzeit versuche ich, die mir geschenkten Momente zu geniessen, so gut es eben geht. Oder sogar, wenn sie nicht meinem Geschmack entsprechen. Das ist so eine Extra-Herausforderung - wenn es - aus der Norm heraus betrachtet - nicht besonders idyllisch verläuft.
Nein - es wäre nicht "zu früh" gewesen. Es paßt schon. So, wie es ist.
Intensität fällt mir noch dazu ein. Nicht die Dauer macht das Leben.
Dennoch - freue ich mich über diese adventmäßige Wiedergeburt, wie Du sie beschreibst.
Vielleicht - gibt es ja noch das ein oder andere Sinnvolle zu tun auf Erden.
Gestern war mir so zumute - ich habe eine wunderbare alte Dame mit und in der Limousine begleitet, die ihren alten Kater einschläfern lassen mußte.
Alles - Vorbereitungen auf ein unvermeidliches Ende unserer hiesigen sinnlichen Erfahrungen.
Viel Leid, viel Freud,
beides halt. Sonne und Mond.
Noch ein alter Spruch dazu "Wie gewonnen - so zerronnen."

Du liest - es wird ein Buch, wenn ch hier nicht aufhöre ... ich hör mal auf hier.

Grüße aus dem geschenkten Leben, Sati