Donnerstag, 24. November 2011

Die bajuwarische Kontroll-Fresie

Meine erste Fahrt geht unverhofft und erfreulicherweise zum Aeropuerto. Mit Kreditkarte - steht auf dem Display. Dieses lese ich seit der Verweisandrohung (andere Geschichte, noch gar nicht aufgeschrieben, zum Piepen) neulich immer sorgfältigst bis zum nicht immer offensichtlichen Ende. Ich werfe schon mal das Gerät an, gucke, ob Saft drauf ist. Die Kundin flötet aus der Haustür "Nochzwei Minuten." Gut gut .... Der Morgen ist früh und noch dunkel, ich geniesse diese Stille vor der Hekitik.
Sie kommt dann, ich frage "Wohin".  Zum Flughafen, wie gesagt. "Welche Airline?" Dingens. "Gut."
Dann geht´s los mit der Dame. Ob ich denn Autobahn fahren würde. "Ja, sicher. Sowieso um die Uhrzeit." Es ist gerade mal um die sieben und ich gehe davon aus, daß noch alles frei ist. "Manche Ihrer Kollegen fahren ja auch gerne über Deutz." Hmmmppfh. Ob denn mein Kartenleser funktioniere, ich würde "immer" so skeptisch darauf schauen. "Ja, alles ok." Auf der Autobahn fragt sie, ob ich geradeaus weiterfahre. "Ja, sicher ...." Ich bin auf dem Zubringer von der A3 auf die  Flughafenautobahn - für mich ist das geradewegs geradeaus richtig. Es ist erstaunlich voll an diesem Morgen - um nicht zu sagen Wahnsinn um diese Uhrzeit. Doch was wie Stau aussieht ist nur der übliche Rückstau von den zahlreichen Pfeifen, die sich zuallerletzt rechts in ihre eigentliche Richtung einfädeln und einen ganz anderen Weg haben als wir. Dennoch meint die bajuwarische Fresie - ich solle doch geradeaus weiterfahren und nicht Richtung Flughafenautobahn. "Wie - über Köingsforst?" Ja, da will sie lang. Ich sage "Ok - so bin ich ja noch nie gefahren." und denke, was für ein unerträglicher Kontrollfreak. Gleichzeitig denke ich, was für eine nette Herausforderung, am frühen Morgen bei mir zu bleiben Ich kann schließlich nichts dafür, wenn die Fresie ihre Mitmenschen unnötig nervt - und teurer wird´s auch, bon. Nehme die Abfahrt und höre von hinten weitere Anweisungen, wie ich fahren soll, wo es lang geht. Sie erklärt mir den Weg zum Flughafen. Und geht mir geflissentlich auf den Senkel. Irgendwann kann ich nicht mehr an mich halten und sage ironisch  "Sie meinen es sicher gut (hahaha) - doch ich weiß wirklich, wie es zum Flughafen geht.Ich bin hier schon einige Hunderte Male langgefahren  Den Weg zum Flughafen und zum Kölner Dom müssen wir schon kennen." Die Fresie ist eingeschnappt. Doch sie kann es nicht lassen, mir nochmals eine Anweisung zum Rechtsabbiegen zu geben.
Ja, ist die denn nur Ballaballa? 
Immerhin - eine gute Fahrt zum Auftakt. Und manche Leute sind eben unmöglich. Ich meinerseits bin heilfroh, daß ich mein eigene Chefin bin und nicht etwa so eine kontrollgeile Fresie auf Dauer vor mir sitzen habe.

Keine Kommentare: