Freitag, 4. November 2011

Die elfenbeinfarbene Hassliebe .. wird es doch noch Liebe?.. Ein Bianca-Roman

Och nö .... lieber nicht.
Obwohl - ich muß gestehen: Mein erster Tag in der Limousine und auf der Strasse hat mich bereichert.
Monetär, denn ich hatte einen guten Lauf, sie sind mir quasi zugelaufen.
Aber auch, was mein Er-Leben als Mensch auf diesem Planeten betrifft.
Vielfalt gab es.
Einfalt auch.
Spontane Sym- und Anti- Pathien.
Da dies ohnehin alles pathologisch ist - lösten sich die Anti-pathien in Wohlgefallen und somit in welche mit Sym- am Anfang auf - für die Vielfalt - der Menschen, denen ich in diesem Broterwerb begegne.

Nach einer Auszeit kann ich sogar wieder die Schönheit sehen, der ich begegne.
Am Morgen traf ich einen scharfsichtigen Raubvogel in der Dämmerung im Park, als ich gerade zur anderen, unplanmäßigen Limousine ging - dieser Vogel war und bleibt heute mein Highlight, zusammen mit einem Kind.

Die telefonische Nachricht  hatte mich noch rechtzeitig erwischt am Morgen, was den heutigen  Limousinenwechsel betraf. Kein Problem - im Gegenteil: Für mich eine Stunde Schicht weniger heute und: Zu Fuss zur Arbeit gehen, wunderbar!
Der Sohn des Unternehmers rief an - und ich freute mich mal wieder, daß ich mit wirklich netten Menschen zusammenarbeite. Das ist schon alleine Gold wert. Später fuhr ich noch bei ihm vorbei, da er den Schlüssel für die Telefon-Rufsäule nicht im Auto gelassen hatte sondern in der Hosentasche. Es paßte wunderbar vom Timing und da er selbst gerade sehr  angeschlagen ist und auf Krücken geht - kam seine Partnerin mit dem jüngsten Kind von vieren runter zum Treffpunkt vorm Haus, während er oben am Fenster mit mir sprach. Mein zweites Highlight an diesem - für mich -  noch frühen Morgen auf dem Weg zur ersten Fahrt:  Das Kind gab mir den Schlüssel und strahlte dabei. Ich habe dieses Kind noch nie anders gesehen, es ist ein absoluter Sonnenschein. Ich sage "Wie die Mutter" und die sagt "ne, eher wie der Vater."  Ich lache ..... und freue mich einfach über soviele lächelnde, lachende Menschen.
Den ersten Fahrgast habe ich bereits erahnt - ich "kenne" den schon und habe damit gerechnet, daß er für 3 Euro um die Ecke fahren möchte - er kann seine Körperfunktionen nur noch mit viel Anstrengung koordinieren und geht an zwei (Nordic-Walking-) Stöcken, dazu schielt er extrem. Ich kenne den von früher, vom Sehen, da ist er den ganzen Tag durch´s Viertel gelaufen und kannte Hinz und Kunz.
Heute muß er ein Stück weiter.
Ich fahre zum nächsten Halteplatz, es dauert, bis es weitergeht - immer noch Herbstferien. Rate mal, wen ich bekomme nach etwa 40 Minuten? Fahre ihn wieder nach Hause. Er lächelt mich zwar ebenfalls an, als ich ihn bei der Arztpraxis abhole, doch nach seinen Worten zu schließen, checkt er es gar nicht, daß ich "die gleiche bin wie auf dem Hinweg."
Er bittet um Unterstützung - und bekommt sie gerne. Es ist eben dieser feine Unterschied, ob jemand bittet oder säuerlich-vorwurfstriefend etwas erwartet, ohne die Kiemen zu bewegen. Ich denke noch etwas wie "Gut, daß er früher soviel unterwegs war - andere in seiner Befindlichkeit würden sich vermutlich nicht mehr raus trauen."

Den ganzen Vormittag über bekomme ich Krankenfahrten, fahre Menschen mit der Mainstream-Diagnose "Krebs" - zur Bestrahlung oder nach Hause. Höre zu. Frage teils nach. Bin erholt .... noch. 

Am Nachmittag wird es etwas leichter, was die Kundschaft betrifft. Es gibt auch was zu lachen und Interessantes. Ich nutze die Gelegenheiten, hier und da eine Empfehlung für Menschen mit Geschäft auszusprechen, an denen wir vorbeikommen. Das erweckt in mir heute - erholt, wie gesagt - die Idee, eine  solche Seite mit diesem Blog aufzumachen, wo ich ein paar Tips gebe, die nicht im Touristenführer stehen. Noch - bin ich hochmotiviert.

Bereits am Nachmittag merke ich, daß ich sehr müde werde. Zum Einen registriere ich heute, wie die Abgase mir zusetzen. Es ist Freitag und alles ist schon früh dicht - auch mit Abgasen - in der Kolonie. Gut, dies so klar zu bemerken, zu spüren, nach einer wichtigen Auszeit.

Zum Anderen - darf ich jetzt wirklich müde werden. Ich habe immerhin über Nacht den Rhythmus um sechs Stunden vorgezogen und bin statt Mittags um 6 Uhr morgens aufgestanden. Ist aber gar nicht so schlimm, solange ich nicht dran denke.

Die Götter gaben mir dies mit auf den erneuten Limousinen-Weg, aber auch sonst, auf alle Wege:
Nimm´s   SPORTLICH - nicht persönlich.
Danke!

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