So ist das halt, wenn mensch mit Leuten zu tun hat, die fair und korrekt sind - die will mensch auch nicht einfach hängenlassen. Und so - hatte ich wenigstens wieder einen verbindlichen Grund, frühzeitig aufzustehen und nicht bis 10e zu schlafen.. Kann ich ja in Kürze - den ganzen Tag! Knapp zwei Wochen keine Limousine mehr, wie schön. Der letzte Fahrgast heute nach einem zähen Lauf bis dahin - war ein Routine-Trinker, den ich von der Stammkneipe nach Hause um die Ecke fuhr. Er erzählte bzw. lallte heute das gleiche Zeug, wie schon einmal zuvor. Phrasen eben. Oh, eine Frau ... Wie läuft das Geschäft ... sowas eben. Hmmpffhhh - war meine Antwort und ich dachte: Hätte ruhig auch ein netterer Abschluß sein dürfen heute.
Die Götter erhörten mich wohl - was das Monetäre betrifft - und sandten mir prompt eine der sehr rar gewordenen Winkenden, die mir erleichtert ins Auto fiel. Sie brachte ihr Beziehungs-Drama mit. Fragte mich "Wie gewinnt man einen Mann zurück?" Ich antwortete ehrlich: "Gar nicht. No way. Ziehen lassen." - und, nach kurzem Sackenlassen - "Wenn überhaupt - dann nur freiwillig."
Erfahre viele Einzelheiten und bin froh, daß ich gleich Schluß mache. Ich mag die - obwohl sie sehr anstrengend ist - aber sie ist ehrlich. Und sie reflektiert sich auch selbst, was lange nicht jede(r) tut.
Sehr dunkel erinnere ich mich an ähnliche Dramen, lange ist es her. Sie erzählt mir Vieles, was mir durchaus bekannt war. Vielleicht hört sie deshalb auch zu, als ich meine, sie tue vermutlich gut daran, sich jetzt einmal auf sich selbst zurückzubesinnen und nicht all ihre Energie in diese Geschichte und diesen Mann zu geben - dann bleibe nämlich nichts mehr übrig für sie selbst. Füge explizit hinzu - daß das meine subjektive Erfahrung ist. Empfehle ihr, sich abzulenken mit Dingen, die sie gerne tut. Mit Dingen, die sie selbst interessieren. Erzähle ihr, daß ich gerne im Wald bin und manchmal Musik mache. Andere - machen lieber Sport. Wichtig sei jetzt wohl - einfach an sich selbst zu denken und nicht ständig an das Drama. Auf andere Gedanken kommen - diese drehen sich bei ihr nur um dieses Drama. Aber aber aber ... Jaja. Is mir klar.
Aber - sie habe auch kein Geld. Ja, sage - ich habe auch keines. Das, was ich meine - kostet ja auch kein Geld. Besonders nicht im Sommer. Ja, aber - sie habe auch keine Rückendeckung. Ja - habe ich auch nicht. Kann manchmal sogar ein Segen sein. Ich sage ihr - ohne jegliche Arroganz, sonst würde sie eh nicht zugehört oder weiter gefragt haben - ich kenne diese Geschichten gut.
Sie habe sich neulich sehr schlecht benommen. Ich lache über das, was sie zu ihm sagte. Ja - kenne ich auch. Das ist halt der Schmerz. Das ist menschlich, wenn man/frau verletzt ist.
Sie heule ihm die ganze Zeit was vor - er wohnt im gleichen Haus auf der gleichen Etage. Oohh ... das ist ungünstig, entfährt es mir. Abstand ist nötig. Wie auch immer. Damit sie bei sich selbst ankommen könne. Ob sie jetzt nicht mehr mit ihm reden soll? Keine Ahnung - das muß sie wohl selbst wissen. Ich kann ja eh nur für mich sprechen. Wiederhole mich also: Für mich scheint es das Wichtigste, daß man erst mal HIER stark wird, für sich selbst - und klopfe mir auf´s Brustbein.
Erzähle ihr eine passende Anekdote aus meiner wilden Zeit, die mir wieder einfällt. Eine, in der ich ähnlichen Schmerz spürte. Und noch lange fixiert war auf einen Ex-Partner (nach einer Schmerzzeit mehr als Freund und Kumpel), mit dem ich ebenfalls Wand an Wand lebte. Der sich jeweils mehrere Frauen warm hielt - die Ex, die Aktuelle und ein paar Geliebte dazu. Nicht dumm, die Männer. Reden wenig, am liebsten nichts Konkretes - und halten sich derart alles warm. Nein nein - ihrer sei nicht so. Ok ....
Ich erzähle ihr, daß ich jetzt schon lange ohne Partner durch´s Leben gehe. Sie meint - daß müsse deswegen so sein, weil ich nicht mehr verletzt werden wolle.
Ich überlege kurz - prüfe die Möglichkeit - und erwidere: Ne ... - das ist mehr so, daß mich schon lange kein Mann (mehr ) genügend interessieren bzw. faszinieren würde, um mich in ihn zu verlieben. Anders gesagt - in ihrem und dem immer noch weitverbeitet-vorherrschendem Sinne, daß eine "Zweier-Beziehung" das allein-seligmachende Glück auf Erden bedeute. Ein weites Feld .... mit allzu vielen Zäunen.
Habe mich ohnehin nur sehr selten wahrhaft verliebt in jemanden.
Nie derart, daß ich je gedacht hätte, ich könne nicht mehr ohne den Anderen leben.
Scheint mir eher ein schlechter Rosamunde-Pilcher-Roman.
Ein einziges Mal - hat es mich nach einer Trennung "halbiert" - für kurze Zeit.
Und selbst da wußte ich, daß ich nicht dran sterben werde.
Interessante Fahrt!
Ob ich sie denn auch zurückfahren würde gleich? Ich weiche erst kurz aus - wollte eh schon abgestellt haben - aber denke, das ist eigentlich alles ok so. Wie gesagt, ich mag sie. Und sie ist eine Art selbst-reflektierende, ins Auto gefallene Erinnerung für mich - an lange vergangene Tage. Das - schaffe ich also noch locker - und beobachte im Grunde weiter mich selbst, als junge Frau, vor Dekaden.. Sie ist jetzt vermutlich eher in meinem Alter.
Eine sehr attraktive Frau - die mir auch noch berichtet, daß die Männer ihr meistens nur auf ihre tolle Figur gucken. Ob das nicht fürchterlich sei? Nein, meine ich. Nicht wirklich. Die sind halt so gestrickt, gucken halt gerne auf den Hintern. Ich selbst - schaue mir Männer ja auch auf ähnliche Weise an. Nein - sie nicht. Ich - schon! Es sei denn, sie haben deutlich ersichtlichen Charakter, was wieder eine ganz eigene Schönheit hat.
Als sie merkt, daß sie, mit welchem Drama auch immer, kein Erstaunen hervorruft bei mir - ich kenne sie wirklich alle selbst "irgendwie" aus einer zurückliegenden Vergangenheit oder aus der Gegenwart - wird´s alles ruhiger in der Limousine. Ich warte auf sie, sie holt sich ein neues Handy in einem Laden ab - und über dieses vergisst sie sogar für eine Weile ihre Gedanken an das Drama. Es springt erst kurz vor dem Ziel wieder an ... Ob ich das I-Ging kennen würde? Ja, sage ich. Sie ist ganz sicher keine "Esoterikerin" ... sondern eine zähe Person, die sich in der Gastronomie verdingt. Heute habe sie "Rückzug" geworfen. Genau. Darum geht´s.
PS: Was für ein auf einer halben Arschbacke abgesessener Limousinen-Tag. Schlappe sieben Stunden.

2 Kommentare:
Wieso bauen Frauen ihr ICH nicht in sich auf? Setzen ihr Leben auf einen Kerl. Wenn der zur Nächsten wandert oder stirbt, ist die Frau ganz armes OPFER- er nahm ihr alles....tse, tse- ewige Frage...Therapeuten können gut davon leben. Sie kriegen Geld fürs Jammern anhören und aus der armen Frau eine starke zu machen, so langwierig, unmöglich oft.
Ich verstehe es nicht.
Bist Du eine Umsonsttherapeutin- wie es die Frisöre sind? Achnä, umsonst seid Ihr nicht. Und Du machst noch gute Erzählstöffchen draus....
Gruß von Sonja
Wunder der Technik - schon wieder online ... Wieso wir Frauen das nicht allzu oft tun - unsere Existenz in uns selbst begründen - weiß ich nicht wirklich zu beantworten. Liegt wohl am ehesten daran, daß das Leben und die Geschichten von uns Menschen so bunt sind.
Es ist ja auch manchmal sehr kuschelig, sich anzulehnen an starke Männerschultern - erfuhr ich am Umzugstag, nach langer Zeit, wirklich sehr dankbar für die wohltuend-kräftige, zupackende Hilfe der beiden Engel.
Kenne es aber auch andersherum - daß die sich eben gerne auch mal anlehnen an einen warmen Frauenkörper bzw. -seele.
Ich glaube, mensch muß es einfach für sich wollen, so eine Existenz, die nicht von einem bestimmten Gegenüber abhängt.
Hatte auch schon mal überlegt, ob ich damit nicht viel Geld verdienen kann - mit irgendwelchen "Frauenstärkungs-Programmen". Traf mal einen Schwulen, der solche Kurse gab - für Frauen. Was es alles gibt ...
liebe Grüße, Sati
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