Heute vormittag fuhr ich einen älteren, einheimischen Herrn zu seinem
Wunschziel. Bereits am Telefon - er meldete sich über die Rufsäule am
Halteplatz - konnte ich eine sehr bodenständige, sehr ruhige Art
heraushören, die mir sehr wohl tat. Ich bin immer noch "zu schnell" und
"zu ungestüm". Solche Leute sind wie balsamischer Baldrian, wohlig warm
und sonnig. Ich genoss es also - und ging gerne mit ihm in eine sehr
gelassene Atmosphäre. Wir unterhielten uns über diverse aktuelle und
vergangene Bauprojekte in der Kolonie, er kannte sich gut aus damit.
Dafür kannte ich den Weg doch noch besser als er, obwohl ich zuvor einen
kurzen Blackout hatte. Eine dieser Strassen, die ich regelmäßig mit
einer anderen verwechsle - immer wieder der gleiche Knoten im
Hirnapparator. Aber wenn ich´s wieder hab´, dann hab´ich´s auch.
Beim Aussteigen bedankt er sich herzlich und sagt "Es war sehr angenehm
mit Ihnen". Ja, das gebe ich ihm gerne zurück, ich hab´ ihn auch
genossen. Mittags noch so eine Sonne, diesmal eine Frau. Ich erzähle
ihr von einer sehr interessanten Radiosendung, der ich die Stunde zuvor
aufmerksam lauschte. Thema war, wie RichterInnen mit dem menschlichen
Zwiespalt zwischen ihren eigenen Emotionen und der erforderlichen
Beurteilung der reinen Beweislage umgehen.
Empfehle ich hier mal wärmstens als Podcast weiter, Titel ist "Im Namen des Volkes".
Auch
interessant im Hinblick auf die zuvor genannten "Scheiß-Spiele" in
Sachen Macht und Profilierung, im Feature u.a. auch "Hahnenkämpfe" und
"kleinliches Kasperltheater" genannt. Und es geht um "Urteile" ...
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