Mittwoch, 5. Dezember 2012

Ausweispapierwiederbesorgungs-Posse

Stürme am Montag morgen mit einigen anderen die sich öffnende Tür des Meldeamtes in der Kolonie. Komme direkt dran und treffe auf zwei sehr freundliche und fitte Mitarbeiterinnen. Wir tauschen ein paar Räuberpistolen aus über den offenen Amtstresen - und gute Wünsche für die Zukunft. Nebenan Sitzende - werden mit verwirbelt in eine plötzliche, recht laute Lebendigkeit. Ich hatte ganz vergessen - daß ich hier nun falsch bin. Bin ja umgezogen und die Kolonie ist gar nicht mehr zuständig für meine Amtsangelegenheiten. Aber doch gut, daß ich hier bin - die schicken nämlich jetzt schon mal meine Daten rüber an den neuen Amtsort. Online. Alles da. Sogar - eine gut zwei Zentimeter dicke Akte aus Papier mit Pappdeckel - die gute Frau zieht die mal eben aus einem abgeschlossenen Karteischrank wenige Meter weiter - und ich staune, was da wohl alles an Papier und Geschriebenen drin sein mag? Staune auch noch - daß sie es mit einem Griff gefunden hat, immerhin wird das Zeug schon seit nun über zwei Jahrzehnten verwaltet.
Sie werden diese heute noch ans neue Amt schicken, postalisch. Gut, danke.  Anfangs  sagten sie mir noch, es sei "zu früh" für eine Neubantragung der verlustigen Dokumente. Ich meine - ne, paßt schon. Das war ein gezielter und professioneller Zugriff - da kommt nichts wieder.
Der Taxiruf - hatte mir am Freitag noch die freundliche Auskunft gegeben, daß ich nun gar nicht mehr fahren dürfe - ohne Papiere. Jetzt heißt es hier - es sei zu früh für einen Neuantrag. Aha. Der Polizist am Freitag abend löste die hilfreiche Auskunft des Taxirufes auf in ein "... mit der Anzeige geht das schon in Ordnung". Er könne sich kaum vorstellen, daß mir da jemand ernstlich Schwierigkeiten machen würde im Zweifelsfall.
Einig war ich mir jedenfalls mit meinem Geschäftspartner - daß es ja nicht sein kann, daß jemand, wenn er beklaut wird, auch noch extra "bestraft" werden soll, indem er/sie dann auch nicht mehr weiter Geld verdienen dürfte.
Als ich meine, da sind wir wohl gerade nur zwei, die dieser Ansicht sind - erwidert er: Das sind aber die beiden Wichtigsten!
So ist es.
Rufe später nochmal beim Taxiruf an - und erkundige mich, was ich mitbringen muß zur Neuausstellung meines FuF (Funk- und Fahrerausweis). Nur ein Lichtbild - die Ausstellung wäre in diesem Fall gebührenfrei. Fein. Und den neuen PBefSch ..... vorher könnten sie mir keinen FuF ausstellen. Ja - die Daten sind alle im Computer gespeichert. Aber trotzdem - ginge das nur so ... ???
Telefoniere mit dem neuen Amt. Ja, alle Daten sind im Computer. Der gute Mann kann sogar lesen, wie lange mein PBefSch noch gültig ist. Allerdings - bräuchte er eine Bescheingung vom Taxiruf über meine Ortskenntnisprüfung bzw. hiermit über mein Fahrgebiet. Ich erkläre ihm, daß der Taxiruf seinerseits mir erst neue Papiere ausstellen will, wenn sein Amt mir einen neuen PBefSch ausgestellt hat ... ???
Und ich hätte keine Ahnung, ob ich zuhause noch irgendein von ihm gewünschtes Papier hätte - da die Ortskenntnisprüfung lange zurückliegt - 1991 war das. Ja - die Akte aus Köln ist auf dem Weg zu ihm - und da müsse ja alles drinstehen. Außerdem ein Fax - wo nochmal alles drinsteht.
Gut. Ich solle mal reinkommen, dann würde er sehen, was er tun kann. Immerhin!
Ich werde also noch zwei Tage warten - um nicht umsonst zum Amt zu fahren.
Und ich frage mich ernsthaft - was das wieder für eine Posse mit den Mitmenschen ist - die auf seltsam-ausgeschilderte offizielle Wege pochen - obwohl alle meine Daten für sie gut lesbar online vorliegen.
Erzähle dies am Abend noch dem Noch-Unternehmer als kleine Anekdote ... und wir stellen mal wieder fest, wie unflexibel soviele Menschen sind - in ihren Handlungen und im Geiste - wo sie doch über alle meine Daten verfügen. Es steht doch alles gut lesbar auf sämtlichen Bildschirmen. Und ich bin bestohlen worden - also nicht etwa mein Verschulden oder mögliche Schlamperei. Dennoch - nein, nein ... das geht nicht. Hier - eigentlich nur explizit von meinem "Back-Office", welches mich aber tatsächlich nicht wirklich "backed", sondern auf sinnloser Bürokratie beharrt. Und mir anfangs sogar komplett den weiteren Broterwerb versagen wollte. Verrückt .... Übrigens - ist das Back-Office inzwischen recht fest in nicht-deutscher Hand - soll also keiner mehr sagen, das etwa die "deutsche Bürokratie" unflexibel sei, da war immerhin ein guter Wille gegeben, mir doch weiterzuhelfen.
Bekomme das diese Woche sicher noch alles geklärt und erledigt. Aber komisch sind sie schon, diese Leute.

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