Freitag, 11. Januar 2013

Neumondbremse ...

Meine Privatlimousine ist rundum eingefroren am Morgen. Ich bekomme kein Türschloß auf und brauche gut 10 Minuten mit Hilfe von Enteiser, bis sich ein bischen etwas bewegt. Ein Schloß ist nach einer Weile frei und ich kann schon mal den Schlüssel im Schloß drehen. Zuvor hatte ich versucht, über die Heckklappe hineinzuklettern, es aber wieder gelassen, weil die Türen komplett vereist sind und sich nicht bewegen lassen. Versuche also nun, eine Tür von außen zu öffnen, erfolglos. Arbeite weiter mit Enteiser an den Dichtungen, von außen - und nach etwa einer halben Stunde kann ich die Fahrertür mit einem großen Schraubenzieher aufhebeln. Die Scheiben sind auch von innen und außen vereist - von innen ist lästiger und nass beim Kratzen. Nach einem schwierigen Start geht es endlich los. Fahre auf die Autobahn - und stehe sofort im Stau. S´geht nix weiter. Höre im Radio nach: 10 Kilometer Stau wegen Unfall auf der Stadtautobahn. Die Zeit streicht so vor sich hin, während alles Meter für Meter weiterschneckt. Fahre an der zweiten Ausfahrt doch mal lieber raus und über die Dörfer weiter, was auch seine Zeit braucht. Um 10 Uhr bin ich dann an der Limousine. Um halb 12 mittags - bekomme ich die erste Fahrt. Man könnte also durchaus sagen: Der Tag ist gelaufen. Es sei denn, es geschieht noch ein Glücksfall - aber wie oft haben wir schon einen solchen in der Zunft?!
Gegen zwei am Mittag hole ich ein älteres, nettes Ehepaar ab - und stelle fest, daß im rechten Vorderreifen ein Nagel steckt. Der muß natürlich raus - und der Reifen geflickt werden, bevor er platzt. Fahre also zum nächsten Reifendienst - wo sich herausstellt, daß der Nagel kein Nagel sondern nur ein einem Nagel erstaunlich ähnlich sehendes Steinchen ist .... peinlich. Der freundliche Mensch möchte kein Geld - ich lasse wenigsten fünf Euro  da, für die Kaffeekasse. Tatsächlich aber - sind beider Vorderreifen innen komplett blank gefahren - das kostet pro Reifen Punkte und vor Jahren bekam ich für so eine Nummer schon mal 3 - und eine teure Knolle. Rufe also meinen Immer-Noch-Unternehmer an und sage - die müssen neu. Ja - findet er auch. Sage, der Tag ist eh schwarz und gelaufen bei mir - ich biete also an, direkt in die andere Werkstatt zu fahren und dort mal eben zwei neue Reifen aufziehen zu lassen. Der junge Mann meint, es würde etwa eine Stunde dauern, weil die Achse noch vermessen werden muß. Komme nach etwa einer Stunde wieder - und darf noch mindestens eine weitere warten, bis sich heraustellt, daß die Achse irgendwie verzogen sein muß, gemäß der Meßergebnisse. Ob der Wagen mal einen schweren Unfall hatte? Nein, nicht das ich wüßte, ist auch noch recht neu, gerade mal ein Jahr alt.
Inzwischen ist es früher Abend, es dunkelt - und ich habe für heute genug. Keineswegs genug Geld - aber genug Hindernisse seit dem frühen Morgen. Am Abstellplatz gibt es natürlich auch keinen freien Parkplatz - als klassische Ergänzung zu den vorhergegangenen Unbilden - und ich muß noch jonglieren. Die Arbeitslimousine mit meiner tauschen, ohne daß jemand währenddessen in meine Parklücke fährt.
Habe jetzt mal die Türdichtungen bei meinem guten alten Auto mit Olivenöl eingeschmiert und das eine Schloß mit Mull und Klebeband schön warm verhüllt für die Nacht. Und Lotto gespielt - nach heutigem Verdienst von etwa  2 Euro die Stunde. Wird schon. Morgen geht´s weiter. Und der Mond wird auch wieder voll. Oder so .... 

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