Dienstag, 29. Januar 2013

Süße Fahrgäste ....

... Süßwarenmesse in der Kolonie. Internationales Publikum. Fein. Ich mag das. Studiere jeweils die verschiedenen Mentalitäten und besonders die differente Gesprächskultur. Die anders-sozialisierten Leute - machen andere Gespräche auf, als die meisten Einheimischen. Niemand von den "Internationalen" macht ein Gespräch über´s Wetter auf - hallelujah. Ich werde z.B. sowas gefragt wie - ob ich gerne hier lebe. So eine "Eröffnung" - macht viel potentiellen Raum auf - aus dem interessante Unterhaltungen entstehen können.
Im Hotel "greife" ich mir einen Australier an der Rezeption ab, als er gerade kundtut, daß er ein Taxi bräuchte. Ich sage (huch?!) - "Ich BIN ein Taxi. Sie können ja mit mir fahren, in zwei Minuten bin ich wieder hier" - und gehe mal eben auf die sanitären Anlagen mit Musikbeschallung. Mit diesem Australier komme ich nach einem anderen kurzen Austausch - und nachdem ich mich auf seinen Sprachrhythmus eingetuned habe, völlig andere Betonungen und zunächst schwerlich für mich zu verstehen, die Melodie weit entfernt von anderen Englischsprechenden - doch noch auf Wetter zu sprechen. Nämlich auf die angeblichen "Feuerkatastrophen" auf seinem Kontinent. Nein, das sei überhaupt nicht unüblich bei ihnen im Sommer. Und der letzte Winter wäre sehr trocken gewesen - so daß nun bei 45 Grad die ausgetrockneten Gräser schnell Feuer gefangen hätten. Ein Holländer berichtet, daß die Hallen inzwischen auf dieser traditionellen Messe nur noch halb ausgefüllt wären - die Geschäfte gehen zurück.. Der Südafrikaner in feinem, elegantem Anzug, gefällt mir wegen seiner sehr ruhigen und gelassenen Art - und einer angenehmen, äußerst höflichen Kommunikation. Drei ältere Italiener fahre ich - und genieße den Gesang ihrer Sprache. Der Zahlende - gibt ein für Italiener ungewohntes und fürstliches Trinkgeld. Andere Kulturen - lassen sich alles auf den Cent zurückgeben. Auch ok. Es gleicht sich eh immer wieder aus. Insgesamt - sind diese Süßwaren-Messe-Leute - wirklich süßer als Andere. Ob´s mit der Branche zu tun hat? Eine schrille, spanischsprechende Schönheit aus südamerikanischen Gefilden fällt mir auch noch in die Limousine - völlig unverhofft. Die - geniesse ich am meisten - mit wenigen Worten gibt es viel zu lachen. Ob ich doch mal wieder an ein paar Sprachkenntnissen feile? Manchmal macht es wirklich Spaß, zwischen diesen hin- und her zu springen. Wie so oft schon stelle ich fest, daß dies immer dann am Leichtesten ist, wenn mensch erst gar nicht darüber nachdenkt.

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