Ich werde mindestens dreimal die Augen verdrehen - und bin schon gespannt, wie lange es dauern wird, bis sie ihn das Gleiche wieder fragt. Irgendwann - will sie ihre Handtasche von ihm - sie will mal versuchen, ob sie es schafft, das Portemonnaie herauszuholen. Sie schafft es nicht wirklich, die Hände zittern zu sehr. Am Ende - zahlt er. Ob ich ihr noch helfen könne bis zur Haustür? Sie wohnen in einer recht schönen Gegend in einem alten Einfamilienhaus. Zur Haustür führt eine Treppe mit etwa sechs Stufen. "Ja, sicher."
Noch im Auto sitzend - fragt sie ihn einfach mal, ob er denn auch die Handtasche und den Schirm hätte? Ich werde moderat ungeduldig, stehe mit dem Rollator an der Limousinentür, um ihr zu helfen und sage etwas wie "Liebe Frau - ihr Mann HAT sowohl Ihre Handtasche als auch Ihren Schirm. Es gibt keinerlei Grund zur Sorge, alles ist in bester Ordnung, nichts fehlt. Schauen Sie doch bitte lieber, daß sie jetzt gut aus dem Auto kommen." Sie erwidert - plötzlich hellwach: "Ja wissen Sie - wenn man nicht mehr so kann, wird man schon etwas seltsam." Ich meine "Ja." und nicke. Kann ich mir gut vorstellen. Da hat sie wohl recht. Wenn ich mir die beiden so ansehe - weiß ich nicht, ob ich das rührend oder traurig finden soll, wie sie sich so stützen, mit letzten Kräften. Vielleicht eher rührend - aber eben auch ein wenig traurig. Allzu lange werden sie es wohl nicht mehr auf diese Weise schaffen. Aber - vielleicht hatten sie ja ein gutes Leben zusammen.
Wenn sie noch etwas im Auto vergessen habe, ich wüßte ja, wo sie wohnen. Jaja ... Sie hat nichts vergessen.

1 Kommentar:
Oooooooooooooooooch.
Aggressives wurde nicht gefunden...
ein gutes Leben haben sie sicher gehabt- oder einer hat seine Kratzbürstigkeiten einfach vergessen. Gnade.
Gruß von Sonja
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