Montag, 17. September 2012

Immer wieder schön ....

.... manchmal fahre ich zwangsläufig mit der Limousine an der Straße vorbei, in der ich acht Jahre eine dunkle Hinterhofhütte als Basisstation hatte. Bis zum Mai - der machte was neu.
Oft fahre ich einfach vorbei - ohne auch nur hinzuschauen - es ist ad acta gelegt.
Heute bekam ich einen Fahrauftrag für das Haus genau gegenüber - und wußte in weniger als einem Bruchteil einer Sekunde, was es für ein Segen ist, nicht mehr dort zu sein.  Es hängen keine echten Erinnerungen dran - ich habe nicht mal das Haus angesehen, in dem ich acht Jahre gehaust habe. Es ist einfach "gelöscht". Und es kamen nur ganz wenige und sehr klare Träume im Nachgang.
Die Leute, die ich fuhr - paßten gut in dieses Viertel, welches durchaus heiß begehrt ist - aber nicht mehr von mir. Sehr unruhige Geister.
Eine mögliche Verbindung - scheint es - den Göttern sei Dank - nicht mehr zu geben zu diesem ehemaligen Wohnort. Acht Jahre - im Niemandsland. Keine leichte Zeit. Vor kurzem - hielt ich nochmal aus anderen Gründen im Viertel, auf der Einkaufsstrasse und dachte "Ja - das ist ja ganz nett - sehr hübsch - wenn mensch nur weiß, daß es wieder rausfahren kann!" Konnte es sogar geniessen - was ich oft konnte, aber am Ende nicht mehr.
Manchmal - kann ich auch noch mein Fliegen durch die Kolonie geniessen - aber immer weniger.
Freue mich immer mehr auf den Abend - wenn ich ihr wieder entkomme.
Wenn mich die Wälder wieder begrüßen und in Empfang nehmen.
Wenn all diese verdichtete Stadt-Energie sich einfach auflösen kann ....
Den Göttern sei Dank - muß ich nicht mehr eine Stunde durch enge Straßen fahren nach Feierabend - nur, um irgendwo noch einen allerletzen Parkplatz zu erhaschen - als wäre es ein Hauptgewinn. Das - war mein Hauptgedanke, als ich diese beiden Fahrgäste inmitten von all dem geparkten Blech vor den hohen Altbauten aufnahm - es ist allzu  eng und verdichtet! Verdichtet - nicht nur im Jetzt - sondern auch mit allem Vergangenen allzu eng verwoben. Nur - scheint es niemand zu merken.
Irgendwann - machte ich mal eine Kerze im ehemaligen Luftschutzkeller an und sagte den immer noch dort sitzenden Geistern, sie könnten jetzt gehen. Kurz danach - wurde das Haus verkauft und es begann die Kernsanierung .... zu meinem Leidwesen. 
Die schönste Erinnerung an die Straße, in der ich acht Jahre hauste - hinterhofmäßig (was widerum lange ein Segen war) - ist die des Umzugstages, an dem ich mit dem Sprinter vorfuhr und die helfenden Engel kamen ......
Die zweitschönste ist die, wie ich diese von vielen begehrte Wohnung bekam - via Zu-Fall in einer echten Notlage - und der Mensch, der sie mir vermietete, stellte nicht eine dumme Frage.  Ein reines Handschlag-Geschäft.

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