Dienstag, 4. September 2012

Kollegiale Fürsorge ....

... neulich traf ich nach langer Zeit mal wieder am Halteplatz auf einen jungen, mir sehr sympathischen türkischen Kollegen, den ich lange nicht mehr gesehen hatte. Kein Wunder - denn er fährt inzwischen die Nachtschicht. Kurz trafen wir uns also und grüßten uns. Dann fragt er mich "Kollegin - möchtest Du etwas trinken - soll ich Dir was zu trinken holen?" Ich staune mal wieder - über eine etwas anders gelagerte "Kultur der Freundschaftlichkeit"  und freue mich über soviel gute Betreuung. Sage - "Nein, danke, ich bin versorgt. Mache noch eine Fahrt jetzt - und dann mach ich Feierabend. Aber vielen Dank - für´das nette Angebot!" Achja - ich sei ja die Tagschicht.
Gestern mittag esse ich einen köstlichen, selbst-zubereiteten Salat - und ein anderer muselmanischer Kollege - ein wahrer Spaßvogel - öffnet die Tür und meint "Wollen wir teilen? Ich habe auch Hunger." "Ja - gerne. Bring mir Deine Schale, dann kannst Du gerne die Hälfte haben." Er kam aber nicht mit der Schale - wollte nur wieder ein bischen Spaß machen. Obwohl - es mir eine Freude gewesen wäre - ihm die Hälfte abzugeben. Es hätte mir doppelt so gut geschmeckt. Eine alte Philosophie - in unseren Breiten weitgehend vergessen und untergegangen. Kleine Freuden - aber nicht zu unterschätzen.

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