Fuhr später von der anderen Rheinseite wieder zurück ins
Herz der Kolonie und dachte mir – ach, jetzt
mache ich nochmal was Anderes, als blöde herumzuwarten, alle guten Dinge
sind
drei – fahre lieber eben zum Zirkus und löse die Freikarten für die
Kinder aus.
Es ist schon kurz vor dem normalen Schichtwechsel, daher treffe ich auf
dem
Platz nur noch einen letzten Kollegen an, der gerade sein Modell
sorgfältigst und
mitten in der Zufahrt stehend beklebt - aber
ich fahre heute eine Stunde länger als die meisten. Er zieht vor und zur
Seite,
gerade so, daß ich nicht mehr wirklich danebenpasse …. Stelle mich halt
ein
wenig absonderlich hin (aber wenigstens kommt an mir jeder vorbei) und
staune
amüsiert über seine Klebekunst, die seinen Abstellkünsten das Wasser
reichen
kann. Er fährt das abgerundetere
Vorgängermodell der neuen Limousine und hat eine Dauerreklame auf den
Seiten, die
er also nicht zukleben kann. Ich beobachte ihn dabei, wie er diese
Zirkus-Aufkleber
auf die runden vordernen Kotflügel fummeln will. Mit gut sichtbaren
Wellen,
Dellen und Beulen – klebt er das Zeugs fest entschlossen drauf auf´s
Blech. Ich
grinse mir was, grüße ihn und frage, wo ich denn wohl hinmüsse? Da, in
den
Bürowagen. Danke! Die freundliche junge Mitarbeiterin dort händigt mir
zwei
Aufkleber aus und erklärt mir, daß ich gegen den „Müll“ nach
erfolgreichem
Kleben den Gutschein bekomme. Ich könne ja draußen bei den Kollegen
sehen, wie
die das machen. Haha! Sage – Naja … da ist gerade nur noch einer – und
der geht
das eher unkonventionell an - aber es wird schon. Gehe mit den beiden
Aufklebern zur Limousine und bringe zügig je eine Werbung auf jeder
vorderen Tür an – der Kollege friemelt immer noch ein wenig herum an
seiner
Beulenvariante und meint „Bei Dir geht das einfacher.“ Wir lachen.
Netter Kerl –
vielleicht ein wenig chaotisch? Aber immerhin – fest entschlossen,
Zirkuskarten
für die Kinder eines Freundes zu erhalten. So, wie ich. Hatte zuvor kurz
die
Lage durchgerechnet und dachte – so hast Du ein wenig Abwechslung und
die
Karten machen mindestens 60, vielleicht 100 Euro – und den Kindern viel
Spaß!
Das rechnet sich doch viel besser, als weiteres blödsinniges Warten –
und im
Zweifelsfall eine erneute Kurzfahrt, die
nicht wirklich jemanden etwas bringt.
Außerdem – ist es immer wieder mal ganz gut und erfrischend,
aus einem zähen Lauf auszusteigen und etwas anderes zu tun. Danach – geht es
oft wieder besser voran. Und so ist es dann auch – habe noch zwei angenehme
Fahrten und am Ende ein nettes Gespräch mit amerikanischen Fahrgästen. Ein Paar
- er eigentlich Deutscher und sogar Kölner, aber schon vor 70 Jahren über
verschiedene Länderstationen in die USA abgewandert. Wir verabschieden uns mit
Handschlag und gegenseitig bezeugter Freude über die angenehme Konversation. By the way – habe schon sehr viele angenehme
Erfahrungen mit den Leuten aus „USA“ gemacht, die haben eine komplett andere
Gesprächskultur und es kommen tatsächlich Gespräche zustande, aus
interessierter Nachfrage auf beiden Seiten … worüber auch immer, daß entwickelt
sich natürlich aus dem Moment der Begegnung.
Noch eine "Überstunde" am Ende des Tages - als ich gerade in meiner Höhle ankomme - das Auto verboten zwischengeparkt, weil kein Parkplatz mehr frei ist weit und breit. Siehe oben - einfach mal abstellen, wenn es gerade nicht gehen will, und später nochmal neu drangehen. Kaum hier, klingelt das Telefon. Der erstaunliche Nachtfahrer, der sieben Nächte die Woche durchfährt - wenn er gerade nicht ausnahmsweise mal zwei Wochen Urlaub macht - und Umsätze reinholt, die uns Andere vor Neid erblassen lassen könnten, wären wir denn mißgünstig - hat den Schlüssel und seine Habe im Kofferraum versenkt und kommt nicht mehr rein in die Limousine. Fahre also nochmal los, mit dem eh noch nicht geparkten Auto, um die Ecke zu meinem Unternehmer - und bringe meinen Schlüssel vorbei. Ein anderer Nachtkollege erscheint gleichzeitig, der wird den Schlüssel zur verschlossenen Limousine bringen. Und dann - wird mir wieder mein Schlüssel gebracht. Merkurianisches Chaos - aber der allernettesten Art, mit schätzenswerten Leuten, die freundlich zusammenarbeiten. So habe ich wieder einen weiteren sehr sympathischen Kollegen kennengelernt, der eines der Fahrzeuge durch die Nächte lenkt - und zu lachen gab´s auch noch was - statt sinnfreiem Stress. Es ist wirklich gut, derart zusammenarbeiten zu können - mit allen Involvierten. Der Mensch, der das hält, ist jemand, den ich schon viele Jahrzehnte kenne, ebenso seine Kinder - aber ich habe einige Jahre gebraucht, um diese seltene Qualität (einer Uranus-Sonne, gemäß Zuckerwürfel-Astrologie)) - mit den verschiedensten Leuten nicht nur stressfrei und korrekt auch in recht chaotischen Situationen umzugehen und die Dinge schlicht wieder (so gut es eben gerade geht) ins Lot zu bringen, sondern auch noch ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse in den Limousinenplan einzuarbeiten - derart zu schätzen, wie ich das jetzt tue. Danke!
Noch eine "Überstunde" am Ende des Tages - als ich gerade in meiner Höhle ankomme - das Auto verboten zwischengeparkt, weil kein Parkplatz mehr frei ist weit und breit. Siehe oben - einfach mal abstellen, wenn es gerade nicht gehen will, und später nochmal neu drangehen. Kaum hier, klingelt das Telefon. Der erstaunliche Nachtfahrer, der sieben Nächte die Woche durchfährt - wenn er gerade nicht ausnahmsweise mal zwei Wochen Urlaub macht - und Umsätze reinholt, die uns Andere vor Neid erblassen lassen könnten, wären wir denn mißgünstig - hat den Schlüssel und seine Habe im Kofferraum versenkt und kommt nicht mehr rein in die Limousine. Fahre also nochmal los, mit dem eh noch nicht geparkten Auto, um die Ecke zu meinem Unternehmer - und bringe meinen Schlüssel vorbei. Ein anderer Nachtkollege erscheint gleichzeitig, der wird den Schlüssel zur verschlossenen Limousine bringen. Und dann - wird mir wieder mein Schlüssel gebracht. Merkurianisches Chaos - aber der allernettesten Art, mit schätzenswerten Leuten, die freundlich zusammenarbeiten. So habe ich wieder einen weiteren sehr sympathischen Kollegen kennengelernt, der eines der Fahrzeuge durch die Nächte lenkt - und zu lachen gab´s auch noch was - statt sinnfreiem Stress. Es ist wirklich gut, derart zusammenarbeiten zu können - mit allen Involvierten. Der Mensch, der das hält, ist jemand, den ich schon viele Jahrzehnte kenne, ebenso seine Kinder - aber ich habe einige Jahre gebraucht, um diese seltene Qualität (einer Uranus-Sonne, gemäß Zuckerwürfel-Astrologie)) - mit den verschiedensten Leuten nicht nur stressfrei und korrekt auch in recht chaotischen Situationen umzugehen und die Dinge schlicht wieder (so gut es eben gerade geht) ins Lot zu bringen, sondern auch noch ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse in den Limousinenplan einzuarbeiten - derart zu schätzen, wie ich das jetzt tue. Danke!

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