Verbrachte heute eine schöne Weile in einer Art
"Nährende-Mutter-Lokal-Oase" der Kolonie. Brachte Bücher zum Verschenken
vorbei und aß in aller Ruhe und angenehmer Gesellschaft ein - wie immer
mit sehr viel Liebe - zubereitetes, köstliches Mahl. Jemand kam kurz
herein und suchte sich das kleinste Büchlein für sich aus - er freute
sich so sehr über den "Gabentisch", daß er mir einen Espresso ausgab -
und las uns allen dort zu unserer Belustigung aus dem soeben
herausgefischten Mini-Buch mit Orakelsprüchen einen Spruch vor ... den
er sich spontan humorvoll aus den Fingern sog: "
Das - wird mich
teuer zu stehen kommen." Eine mir sehr sympathische "Schwester" kaufte
mir ebenso spontan sofort meine erste Buddha-Figur ab, sie wollte eh
eine solche erstehen und dieser hier habe ein besonders schönes Antlitz.
Stimmt! Ich sage ihr, sie könne gerne mit mir in Verhandlung treten,
jetzt sei ich schließlich gerade greifbar. Wir einigen uns zur
beiderseitigen Freude. Ich reiche ihr noch ein schweres und regulär
recht teures Buch von einem "Yoga-Papst" herüber und meine "Und wie ist
es hiermit für Dich? Als Zugabe zum Buddha?" Sie schaut mich entgeistert
an und fragt mich, woher ich das wisse? Ich weiß nicht, was ich wissen
soll? - aber sie sagt es mir. Sie befindet sich gerade mitten in einer
entsprechenden Ausbildung - und schätzt etwas sehr an diesem
Yoga-Meister. Lustig! Ich beteure, daß ich weder etwas gewußt noch
geahnt habe, nicht einmal eine Eingebung war da. Muß wohl von woanders
gekommen sein ... ebenso wie der sehr günstige, geölte Zeitpunkt heute,
dort hinzufahren. Es tat mir - nach ungezählten, zähen Stunden auf der Limousine - sehr
gut, auf müheloseste und erfrischende Weise, dazu in bester
Gesellschaft, völlig überraschenderweise verköstigt zu werden und Geld
nach Hause zu tragen. Und auch für meine nächste Einkehr dort - bin ich
bereits verköstigt. Danke, Leute.
Später kommt ein Opernsänger rein ... ich erzähle ihm von den
Gepflogenheiten meines neuen Noch-Nachbarns. Von stundenlangem Üben und
Weiterschmettern im Treppenhaus, gar beim Müll-Wegbringen .... Wie der
denn heiße? Keine Ahnung. Habe mich nur gewundert, was aus so einem
recht kleinen Mann alles herauskommt. Wie der denn aussehe? Ich
beschreibe ihn kurz. Er fragt zurück. Ja - genau .... Dachte mir schon,
daß auch die Opernwelt sich kennt untereinander. Frage ihn, ob er seine
Nachbarn zuhause ebenso "zuschmettert". Nein, das tut er schon lange
nicht mehr. Es sei nicht gar nicht gut für die Stimme, diese derart
überzustrapazieren. Aber am Anfang hätte er das auch noch gemacht, weil
er dachte, er würde seine Stimme sonst nicht spüren. Jetzt - übt er
höchstens noch eine Stunde am Tag oder kurz, wenn er vor einen Auftritt
merkt, daß seine Stimme nicht ganz so im Lot ist, wie er sie braucht. Er
spüre seine Stimme auch so - aber bei einigen wäre das eher nicht so.
Interessant! Dachte mir schon fast, daß es nicht wirklich gut sein kann,
soviel "zu pressen", haha. Er selbst singe übrigens noch erheblich
lauter - die uns unermüdlich nährende Gastgeberin bestätigt dies auch
heute wieder - ob ich es mal hören wolle? Zum wiederholten Male verneine
ich, lieber nicht - jetzt. Aber ich lausche heute ganz besonders
aufmerksam seiner redenden Stimme und dem potentiellen Volumen dahinter,
höre sie neu. Beim nächsten Mal werde ich ihn fragen, ob er nicht doch
mal etwas anstimmen möchte.
Es ist gut, eine solche nährende Oase mitten in der Kolonie zu wissen.
Kann gut sein, daß ich nach meinem Wegzug wieder öfter mal vorbeischaue,
wenn ich mit der Limousine unterwegs bin. Gehalten wird das alles durch
diese unermüdliche, kraftvolle und ihre Liebe verstreuende Frau, die
den Laden schmeißt.
2 Kommentare:
Solche Orte und Anlaufpunkte zu haben....Wohlbefindensinseln. Wie gut!
Oh ja. Und auch auf diesen Inseln - gibt es keinen ewigen Frieden, denn erstaunlicherweise gibt es in jedem Spiel eine Art Spielverderber, dem allzu viel Harmnoie nicht zusagt. Dennoch - bleibt es eine Insel, solange es eine sein soll. Freue mich gerade über eine kleine Gelegenheit, mich "revanchieren" zu können bei der Nährenden. Sati
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