Samstag, 17. März 2012

Nährende Oase

Verbrachte heute eine schöne Weile in einer Art "Nährende-Mutter-Lokal-Oase" der Kolonie. Brachte Bücher zum Verschenken vorbei und aß in aller Ruhe und angenehmer Gesellschaft ein - wie immer mit sehr viel Liebe - zubereitetes, köstliches Mahl. Jemand kam kurz herein und suchte sich das kleinste Büchlein für sich aus - er freute sich so sehr über den "Gabentisch", daß er mir einen Espresso ausgab - und las uns allen dort zu unserer Belustigung aus dem soeben herausgefischten Mini-Buch mit Orakelsprüchen einen Spruch vor ... den er sich spontan humorvoll aus den Fingern sog: "Das - wird mich teuer zu stehen kommen." Eine mir sehr sympathische "Schwester" kaufte mir ebenso spontan sofort meine erste Buddha-Figur ab, sie wollte eh eine solche erstehen und dieser hier habe ein besonders schönes Antlitz. Stimmt! Ich sage ihr, sie könne gerne mit mir in Verhandlung treten, jetzt sei ich schließlich gerade greifbar. Wir einigen uns zur beiderseitigen Freude. Ich reiche ihr noch ein schweres und regulär recht teures Buch von einem "Yoga-Papst" herüber und meine "Und wie ist es hiermit für Dich? Als Zugabe zum Buddha?" Sie schaut mich entgeistert an und fragt mich, woher ich das wisse? Ich weiß nicht, was ich wissen soll? - aber sie sagt es mir. Sie befindet sich gerade mitten in einer entsprechenden Ausbildung - und schätzt etwas sehr an diesem Yoga-Meister. Lustig! Ich beteure, daß ich weder etwas gewußt noch geahnt habe, nicht einmal eine Eingebung war da. Muß wohl von woanders gekommen sein ...  ebenso wie der sehr günstige, geölte Zeitpunkt heute, dort hinzufahren. Es tat mir - nach ungezählten, zähen Stunden auf der Limousine - sehr gut, auf müheloseste und erfrischende Weise, dazu in bester Gesellschaft, völlig überraschenderweise verköstigt zu werden und Geld nach Hause zu tragen. Und auch für meine nächste Einkehr dort - bin ich bereits verköstigt. Danke, Leute.

Später kommt ein Opernsänger rein ... ich erzähle ihm von den Gepflogenheiten meines neuen Noch-Nachbarns. Von stundenlangem Üben und Weiterschmettern im Treppenhaus, gar beim Müll-Wegbringen .... Wie der denn heiße? Keine Ahnung. Habe mich nur gewundert, was aus so einem recht kleinen  Mann alles herauskommt. Wie der denn aussehe? Ich beschreibe ihn kurz. Er fragt zurück. Ja - genau .... Dachte mir schon, daß auch die Opernwelt sich kennt untereinander. Frage ihn, ob er seine Nachbarn zuhause ebenso "zuschmettert". Nein, das tut er schon lange nicht mehr. Es sei nicht gar nicht gut für die Stimme, diese derart überzustrapazieren. Aber am Anfang hätte er das auch noch gemacht, weil er dachte, er würde seine Stimme sonst nicht spüren. Jetzt - übt er höchstens noch eine Stunde am Tag oder kurz, wenn er vor einen Auftritt merkt, daß seine Stimme nicht ganz so im Lot ist, wie er sie braucht. Er spüre seine Stimme auch so - aber bei einigen wäre das eher nicht so. Interessant! Dachte mir schon fast, daß es nicht wirklich gut sein kann, soviel "zu pressen", haha. Er selbst singe übrigens noch erheblich lauter - die uns unermüdlich nährende Gastgeberin bestätigt dies auch heute wieder - ob ich es mal hören wolle? Zum wiederholten Male verneine ich, lieber nicht - jetzt. Aber ich lausche heute ganz besonders aufmerksam seiner redenden Stimme und dem potentiellen Volumen dahinter, höre sie neu. Beim nächsten Mal werde ich ihn fragen, ob er nicht doch mal etwas anstimmen möchte.
Es ist gut, eine solche nährende Oase mitten in der Kolonie  zu wissen. Kann gut sein, daß ich nach meinem Wegzug wieder öfter mal vorbeischaue, wenn ich mit der Limousine unterwegs bin. Gehalten wird das alles durch diese unermüdliche, kraftvolle und ihre Liebe verstreuende Frau, die den Laden schmeißt.

2 Kommentare:

Wildgans hat gesagt…

Solche Orte und Anlaufpunkte zu haben....Wohlbefindensinseln. Wie gut!

Sati hat gesagt…

Oh ja. Und auch auf diesen Inseln - gibt es keinen ewigen Frieden, denn erstaunlicherweise gibt es in jedem Spiel eine Art Spielverderber, dem allzu viel Harmnoie nicht zusagt. Dennoch - bleibt es eine Insel, solange es eine sein soll. Freue mich gerade über eine kleine Gelegenheit, mich "revanchieren" zu können bei der Nährenden. Sati