Sonntag, 18. November 2012

Aus dem Rahmen platzen ....

... und mich endlich mal wieder in die Weite ergiessen - würde ich mich gerne.  Wie macht mensch das - wenn weit und breit keine Tür aufzugehen scheint? Die Limousine läuft nicht - im Gegenteil - zur eigentlich besten Jahreszeit. Es ist ein tägliches Trauerspiel, mit allzu viel Aufwand allzu wenig Kröten reinzuholen. "Hoffen und Harren ... " - fühlen sich oftmals wie eine Zwangsjacke an. Der Zorn über die Ohnmacht, ins Geschehen aktiv eingreifen zu können, steigt zu Kopf und läßt diesen zeitweise bersten. Schmerzhafter, knallharter "Stiernacken", die Knie spielen knirschende Musik und der Rücken meldet sich als nächster.  Der Körper spricht sehr deutlich - und die Wut möchte sich gerne Raum verschaffen und aus dem engen Körper springen.
Ironie des Schicksals - große Sprünge sind nicht machbar. Also - wie immer - kleine Schritte. Nur nicht das Gehen ganz einstellen - das ist tödlich. Und dennoch - kostet es inzwischen Überwindung, immer wieder in kleinen Schritten vor geschlossenen Türen in einem allzu kleinen Korridor herumzutreten.
"Was ist aus den Kinderträumen geworden?" höre ich im Radio.
"Welche waren das denn genau?" - höre ich mich fragen.
Ob ich ungeduldig bin? Immerhin - habe ich es ja bis hierhin geschafft - und konnte - Hallelujah!!! - immerhin schon mal aus der Kolonie rausziehen im vergangenen Jahr. Sehr plötzlich und unverhofft, ganz leicht und wie geölt. Stand offensichtlich so im Skript.  So  - wie im Grunde immer schon alles im Skript steht, ohne daß mensch es weiß. Jaja - weiß ich ja. Aber noch mehr Geduld - ist wirklich schädel- und knochenzerberstend.
Also - weil nichts bleibt als Geduld - und die immer wieder kleinen Schritte: Strömen - und neuerdings wieder, nach vielen Monaten, tiefster Trance-Schlaf während der sinnlos vergeudeten Lebenszeit in der Limousine auf längst ausgetreten und tausendfach abgefahrenen Straßen. Dieser Schlaf - ist Goldes wert, wenn ich auch nicht sagen kann, wieso genau. Heute - lasse ich mich also erneut hineinfallen und genieße diesen - und werde exakt eine halbe Minute, bevor der nächste Auftrag kommt - wieder hellwach, um diesen entgegenzunehmen. "Weltenwechsel". Der Traum-Trance-Schlaf ist zutiefst geborgen, kenne keinen geborgeneren Ort - und das sogar mitten auf der Straße.
Immerhin - habe ich was Wichtiges gelernt in diesen ungezählten, sinnfreien Geduldsproben: Ich kämpfe nicht mehr. Früher hab´ich auf Teufel komm raus die Schichten bis zum Ende durchgezogen - kann ja nochwas kommen. Und außerdem - war ich sehr pflichtbewußt. Heute denke ich mir "Laß´es halt gut sein. Manana mejor!"
Früher dachte ich mal - ich hätte wohl was falsch gemacht. Sogar dann, wenn ich wegen akutem Verkehrszusammenbruch - wie neulich - tatsächlich zweieinhab Stunden brauche, um erst mal an den sinnlosen Arbeitsplatz zu gelangen. Heute denke ich - ich habe mal wieder mein Bestes gegeben, mehr habe ich nicht. Mehr kann ich nicht geben - und wenn das nicht reicht - dann reicht es halt nicht.
Dennoch ist viel Kraft da. Immer noch. Der neue "Rahmen" fehlt. In den sie sich ergießen und verströmen kann. Der Alte - ist so eng geworden. Energiestau nennt sich das ....

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