Samstag, 3. November 2012

Bunterlei ....

Gestern abend nach glücklichem Umsatz am Brückentag die gute Nachricht - die neuen Unternehmer wollen erst mal alle festen Leute übernehmen. Wie sich das jeweils entwickelt, wird jeder für sich sehen. Fein. Nein danke - sage ich meinem Extraklasse-Noch-Unternehmer - spekulieren möchte mit Dir jetzt nicht - nachdem er mal wieder ausholt mit einem genüßlichen "Es könnte natürlich sein ....". Werde alles Andere zu gegebener Zeit klären bzw. es wird sich zeigen.
Also eine grundsätzlich positive Nachricht? - am Ende eines fiebrig-erkältet-gefahrenen Tages.
Am Abend eine vorzügliche Medizin, kurzerhand aus dem Ärmel kreiert, der Körper gab deutlich die Zutatenliste vor: Eine Knolle Fenchel und eine Zwiebel in Brühe gekocht, ein wenig Ingwer und Knoblauch mit dazu und das Ganze versüßt mit köstlichstem, selbstgemachten Holundersirup einer Freundin, in (in diesem Fall glücklicher) Ermangelung von Honig im Haus. Anschließend alles püriert und aus einer Tasse in kleinen Schlücken getrunken. Mit unerwarteten, begeisterten "Aah" und "Ooh" Rufen. Gute Medizin!
Heute - sinnloses Stehen und 45 Euro nach sieben Stunden - im Umsatz, nicht im "Verdienst". Naja - nicht ganz sinnlos - immerhin ein wenig gedöst und dabei geströmt, um das Fieber zu beruhigen. Oder doch sinnlos? Was hätte ich alles in dieser Zeit schreiben können - zum Beispiel. Oder andere gute Dinge tun. Ja - sinnlos. Falle heute erneut in kurzen Totenschlaf - wunderbar. Und stelle dann - radikal - nach 80 Minuten erfolglosen Wartens die Limousine ab. Es gibt Tage - da kommt nichts mehr. Heute war so einer. Lieber nochmal schonen und obige, kraftvolle Medizin zu mir nehmen.
Voller Erfolg: Einbremsen am Gemüsestand in der Südstadt, ein freundlicher junger Mann verkauft Selbstangebautes - von ihm und von seinem Onkel . Köstlicher, wunderbarer Grünkohl - ah, auf den habe ich mich gefreut wie eine Königin! Fenchel und Zwiebeln natürlich ... und noch anderes Gutes. Auf anderem Markt - die ersten Tulpen. Ich liebe Tulpen.

Eine neue bzw. alte Geschäftidee kam auf, nachdem ich gestern im Radio eine Sendung mit Hörerbeteilung über "Altersarmut" u.v.m. hörte. Die älteren Menschen berichteten, wie sie sich über die Runden bringen mit geringem Salär - und sich von Monat zu Monat hangeln. Schlecht bezahlte Nebenjobs machen. Entwürdigende Erfahrungen mit Ämtern machen. Oft nicht wissen, wie sie von A nach B kommen sollen - weil der öffentliche Verkehr und die Infrastruktur auf dem Lande nicht mehr funktionieren und in den Städten die Verkehrsmittel nicht bezahlbar sind für sie. Wie sie aus ihren einstigen gesellschaftlichen Zusammenhängen herausfallen - weil sie nirgendwo mehr hingehen können, wo es etwas kostet. Wie sie sich von einem Monat zum nächsten hangeln. Huch - kenne ich doch!
Eine Schande. Und - erstaunt lauschte ich: Offiziell seien inzwischen etwa 12 Millionen Bürger derart betroffen und stigmatisiert - die Dunkelziffer läge bei etwa 20 Millionen. Also alle - nicht nur die Älteren.
Ich hörte also nichts Neues - was die Meisterung des Lebens betrifft. Aber das es schon soviele sind - das hat mich erstaunt. Und das es für Ältere noch etwas schwieriger ist, da mensch nicht jünger wird - ist ja wohl recht klar.
Einer sagte es, wie es für ihn ist - wenn auch vorsichtig bzw. behutsam formuliert - auf die Frage, was er machen würde, wenn es mal nicht mehr so funktoniert, wenn er mal runterfällt vom Hangeln: Selbstmord vermutlich.
So sieht´s also schon aus. Und die, die immer noch glauben, es könne sie nicht mit einem Hieb treffen, sollten vorsichtig sein. Diese neu herausgegebene Parole von "Altersarmut" ist nämlich durchaus Programm. "Huch - haben wir erst jetzt bemerkt, vor wenigen Monaten - bis dahin - gab es sowas gar nicht." Und nur ein Zufall auch, daß die vorläufigen Rentenbescheide  exakt zur entsprechenden Medienkampagne in alle Haushalte verschickt wurden.
Also nochmal - Armut jedweder Art in diesem Land: Eine Schande. Ein reines Verteilungsproblem, keines der Ressourcen. Besser: Ein reines Verteilungs-Programm. Genauso gewollt. Und nicht nur in diesem Land - in dem es scheinbar etwas später ankommt als bei den Nachbarn.
Ich brauche also jetzt sofort Kohle - für wenigstens zwei Dinge: Für ein Mobil, mit dem ich die Menschen auf den Dörfern mit frischen, gesunden Lebensmitteln und Kleinod wie z.B. Briefmarken o.a. beliefern kann - als Broterwerb und Serviceleistung, ein fahrendes Gewerbe, mal hier, mal dort - und bloß nicht in der Kolonie.
Und noch genügend Energie, um einen Tag die Woche einen lustigen Fahrdienst zu machen - wieder über die Dörfer - alte - und junge - Leute einzusammeln, die mal wieder gerne auf Ausflug gehen möchten.
So die erneut-aufgekommene, alte Idee.  Nur eine Idee - aber eine recht lebendige. Muß mich mal über "fahrendes Gewerbe" schlau machen. Komisch eigentlich - daß ich immer noch ans Fahren denke .... und an ein teilweise auf den Straßen verbrachtes Sein, draußen - bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Und mit Menschen - die ich mir nicht immer aussuche - aber gerade daher kann ich ja was lernen.

4 Kommentare:

noschoko hat gesagt…

ja, wunderbare wohltuende idee!
und vielleicht einen kleinen feinen verein gründen und sich das ganze von der öffentlichen hand und von privaten spendern finanzieren lassen. denn die armen alten leute können eventuell nicht soviel zahlen, dass du davon leben kannst.
liebe grüße aus wien
ursula

Sati hat gesagt…

Danke, Noschoko - ein guter Hinweis - mit dem Verein! Einfach ein Hinweis, eine Erinnerung daran - daß es immer mehr Möglichkeiten gibt, als ich oft zu be-denken vermag.
Mit der "öffentlichen Hand" habe ich es derzeit nicht so sehr - obwohl Du völlig recht hast, daß man ggf. die Möglichkeiten ausschöpfen sollte.
Allerdings birgt gerade die "öffentliche Hand" immer die Gefahr - sich dieser in gewisser Weise "auszuliefern" bzw. sich von dieser abhängig zu machen.
Das Projekt ist nicht wirklich eine gute Idee - so schön sie auch sein mag: Sie birgt Arbeit ohne Ende in sich (Wareneinkauf, Betriebsmitteleinsatz und -unterhaltskosten, tägliche Reinigungsarbeiten u.v.m.) - und wirft am Ende voraussichtlich nicht mehr ab, als der derzeitige, "prekär-bezahlte" Job.
Ist also erstmal wieder zurückgestellt - nicht zuletzt, weil ich´s gerade nicht finanzieren könnte.
Aber - aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Und Dein Hinweis - ist Goldes wert - für jegliches Projekt.
Eine schönen Tag für Dich, Gruß, Sati

Sati hat gesagt…

Was bedeutet denn "noschoko" - hat´s was mit Schokolade zu tun?

noschoko hat gesagt…

ja, hat was mit schokolade zu tun :)

ein verein als träger einer voraussichtlich nicht gewinnträchtigen unternehmung ist sicher auch in deutschland eine gute absicherung. und ein guter mix aus mitgliedern und finanziers minimiert die abhängigkeiten. allerdings ist es eine eigene arbeit, vor allem wenn der unternehmung erfolg beschieden ist...
liebe grüße
ursula